Pfaffenwinkel - Region Weilheim-Schongau
Zwischen Loisach und Lech, dem südlichen Starnberger See und
Ammersee, mit Blick auf die herrlichen Voralpen, befindet sich die reizvolle Landschaft
des Pfaffenwinkels. Seinen Namen verdankt dieses einzigartige Gebiet der Vielzahl
von Klöstern, Kirchen & Kapellen inmitten schöner Naturschutzgebiete, idyllischer
Flusslandschaften, unberührten Mooren und begrenzt vom oberbayerischen
Alpenvorland.
Was bedeutet eigentlich Pfaffenwinkel... ?
Der Name Pfaffenwinkel reicht zurück bis ins Mittelalter - als das Wort "Pfaffe" noch
Wertschätzung ausdrückte und in dieser Form erstmals überliefert wurde von dem
Raistinger Pfarrer Franz Sales Gailer. Schon 1756 beschreibt Gailer diesen Winkel
Oberbayerns als "Gegend vor dem Gebirg, die mehr als andere mit Klöstern ersten
Ranges gesegnet sei" - Winkel der Mönche.
Mit dem Pfaffenwinkel ist eine Landschaft in Oberbayern
benannt, die begrenzt wird vom Lech im Westen, von der
Loisach im Osten, von Schäftlarn, Andechs und Landsberg im
Norden und vom Ammergebirge im Süden.
Die geographischen Grenzen zeigen auch die besondere
Eigenheit des Pfaffenwinkels auf, seine Offenheit. Alte
Strassen wie die Via Claudia aus der Römerzeit durchqueren
ihn von Norden nach Süden. Offen zum Altbayerischen wie zum
Schwäbischen hin, werden beide Mundarten in diesem
Landstrich gesprochen.
Vereinzelt ragen Höhen und Kuppen aus der weitläufigen Landschaft hervor. Überall
zeugen Spuren von tausendjähriger Kulturarbeit. Der Pfaffenwinkel wurde auch das
Land der Bauern, Künstler und Mönche genannt, sogar der Ammersee trug im
Volksmund den Namen "Bauernsee". Dieser Landstrich weist eine Fülle von Kunst -
und Kulturschätzen auf, wie sonst nirgendwo zu finden. Zwei Städte sind mit dem
Namen Pfaffenwinkel eng verbunden, Schongau und Weilheim. Schongau, mit
nahezu vollständig erhaltener Stadtmauer beherbergt Schätze der Künstler des
Pfaffenwinkels. Weilheim stand vor Jahrhunderten in personeller wie wirtschaftlicher
Beziehung zu den umliegenden Klöstern. Zu diesen Klöstern gehörte u.a.
Benediktbeuren, Schlehdorf, Polling, Wessobrunn, Diessen, Rottenbuch,
Steingaden, Ettal und Andechs.
Neben diesen großen Klöstern gibt es zahlreiche kleinere, aber sehr sehenswerte
Kirchen über den ganzen Pfaffenwinkel verstreut. Bedeutsam für die künstlerische
Ausgestaltung der Kirchen und Klöster waren die ortsansässigen Handwerker und
Künstler vor allem aus der Wessobrunner Schule. Matthäus Günther, Dominikus
Zimmermann und Franz Xaver Schmädl sind nur einige der Künstler, die an der
kunstvollen Ausstattung der Kirchen und Klöster beteiligt waren. Höhepunkte dieses
künstlerischen Schaffens stellen die Wieskirche in Steingaden und die Stiftskirchen
von Rottenbuch und Polling dar, sowie die Wallfahrtskirche Hohenpeißenberg.
Neben diesen kulturellen und kunsthistorischen Besonderheiten bietet der
Pfaffenwinkel auch dem Erholungssuchenden vielfältige und reizvolle Gelegenheiten,
die Schönheit diese besonderen Landstriches kennen zu lernen, mit ganz
unterschiedlicher Erscheinungsformen. Naturschutzgebiete wechseln sich ab mit
unberührten Hochmooren und eindrucksvollen Flusslandschaften.
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